Liberale der Region fusionieren zum FDP-Kreisverband Mittelsachsen

Bild Liberale der Region fusionieren zum FDP-Kreisverband Mittelsachsen(Döbeln/17.03.2010)

(Mittelsachsen/17.03.2010) Der Gastwirt vom „Schwarzen Roß“ in Siebenlehn kann sich freuen. Zentral und verkehrsgünstig im Landkreis gelegen, gab es in den vergangenen Wochen im Saal der Wirtschaft schon manche mittelsächsische Großveranstaltung. Auch die regionale FDP hat Montagabend in dem Gasthof Geschichte geschrieben und aus drei Kreisverbänden einen gemacht.
Rocco Werner und Benjamin Karabinski – wer kennt diese beiden Namen nicht? Spätestens seit der Kennzeichen-Debatte um MSN und FG sind die zwei Liberalen ein Begriff. Der Sprecher des Döbelner und der bisherige Vorsitzende des Freiberger Kreisverbandes haben während des Kennzeichenstreites das Wahlvolk polarisiert, wie es bislang selten in der Region zu beobachten war. Damit schien auch durch die zu diesem Zeitpunkt formell noch nicht vereinigte mittelsächsische FDP ein Riss zu gehen. Genau diese Wirkung, die noch nachhallt, war es vermutlich, weshalb sich keiner der beiden Nachwuchspolitiker zur Wahl des neuen Kreisvorsitzenden stellte.

Natürlich nennen sie auch zeitliche Gründe: Werner ist Vize-Bürgermeister von Döbeln und Stadtrat, Karabinski ist Fraktionschef im Freiberger Stadtrat und hat den Einzug in den Landtag geschafft. Doch Letzterer gesteht ganz offen: „Der Kennzeichen-Streit hat Wellen geschlagen. Im Interesse des vereinigten Kreisverbandes habe ich mich jetzt lieber zurückgehalten.“ Frei von solchen Vorbelastungen ist André Quaiser, stellvertretender Ortsverbandschef und Stadtrat in Flöha. Der 40-jährige Familienvater und Meister der Elektrotechnik war letztlich der einzige Kandidat für den Vorsitz, der sich nach dem Rückzug der bisherigen Mittweidaer FDP-Kreisverbandsvorsitzenden und Rochlitzer Oberbürgermeisterin Kerstin Arndt am Montagabend zur Wahl stellte. Von rund 240 Mitgliedern, die die FDP in Mittelsachsen zählt, hatten 86 den Weg ins „Schwarze Roß“ gefunden. Die übergroße Mehrheit von diesen gab Quaiser die Stimme. Der Unternehmer hat sich zum Ziel gesetzt, die ehemaligen Kreisverbände Döbeln, Mittweida und Freiberg – alle drei hatten sich unmittelbar vor dem Fusionsparteitag aufgelöst – nun auch in der täglichen kommunalpolitischen Realität zusammenzuführen. „Ich habe mich dieser Aufgabe auch deshalb gestellt, um die vorhandenen Gräben zuzuschütten.“ Viele Wogen seien zwar bereits im Vorfeld der Fusion geglättet worden. Doch auf Grund persönlicher Befindlichkeiten von Mitgliedern und unter anderem aus dem Kennzeichenstreit resultierend gebe es solche Gräben noch. Bereits bei der ersten Kreisvorstandssitzung Ende März soll laut Quaiser aber auch über Inhalte geredet werden, wozu der neue Chef die Themenfelder Soziales, Wirtschaft, Landwirtschaft, Tourismus und Infrastruktur zählt.
Rocco Werner zeigt sich mit dem Ausgang des Parteitages aus Döbelner Sicht sehr zufrieden. Er ist nun einer der drei Vize-Vorstandschefs, die Döbelner Region stellt zudem drei Beisitzer. Laut Werner plane der FDP-Kreisverband in Döbeln die Eröffnung eines Büros – „möglichst in der Innenstadt“.

Quelle: Döbelner Allgemeine Zeitung

 

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